Wer vom Kapitalismus nicht reden will …

Gerne dokumentieren wir den Redebeitrag einiger Genoss*innen vom Biko vom 8. Mai 2021:

Der 8. Mai ist als Tag der Befreiung in verschiedenen europäischen Ländern ein Gedenktag. Ein Tag, an dem der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht und damit des Endes des Zweiten Weltkrieges und der Befreiung vom Nationalsozialismus gedacht wird.

In der frühen Bundesrepublik hatte der 8. Mai keine Bedeutung. Die nazistischen Gräuel wurde relativiert oder gleich ganz geleugnet und die Rede vom 8. Mai als „Tag der Niederlage“ war im gesamten politischen Spektrum verbreitet. Mit den 1968ern begann eine Entwicklung, sich selbst als erstes Opfer der Nationalsozialisten zu inszenieren und daraus ein positives Nationalgefühl abzuleiten. In den 1980er-Jahren stritten national-konservative und sozial-liberal Deutsche darum, ob man Opfer der Alliierten oder Opfer der Nazis gewesen sei. Spätestens mit Gerhard Schröder wurde der Nationalsozialismus in ein positives nationales Selbstverständnis integriert. Die geläuterte Berliner Republik gab vor, aus den Erfahrungen des Nationalsozialismus gelernt zu haben und es fortan besser zu machen. Seinen Höhepunkt fand diese Wiedergutwerdung der Deutschen, als die Bundesregierung 1998 den Militärangriff gegen Jugoslawien beschloss. Ein Angriffskrieg nicht trotz, sondern wegen Auschwitz – wie ihn der damalige Außenminister Joschka Fischer rechtfertigte.

Diese Läuterung der Deutschen ist bis heute tragendes Motiv der Erinnerungspolitik. Sie zieht sich wie in goldenes Band durch die Bundesrepublik. „Gold statt Braun“ ist das Motto des Tages, um die Thüringer Hauptstadt zum Strahlen zu bringen. Die Rettungsdecken, die heute an vielen Gebäuden in Erfurt hängen sollen laut Initiator*innen eine  „gemeinschaftliche und solidarisierende Antwort aus der Kunst- und Kulturlandschaft auf die Versuche rechter Gruppierungen und Parteien, Menschen auszugrenzen, Hass zu sähen und Kultur zu beschneiden“ sein. Die Decken stehen  „für das Erinnern. Damit Auschwitz nie wieder sei…“

Dass Auschwitz nie wieder sei, genauer: Denken und Handeln so einzurichten, dass Auschwitz nicht sich wiederhole, nichts Ähnliches geschehe, formuliert Theodor W. Adorno als den neuen kategorischen Imperativ nach Auschwitz. Wer sich die Mühe macht, diesen viel zitierten Satz einmal nachzulesen findet im selben Absatz die Aussage, dass Auschwitz das Misslingen der Kultur unwiderleglich bewiesen hat. „Daß es geschehen konnte inmitten aller Tradition der Philosophie, der Kunst und der aufklärenden Wissenschaft, sagt mehr als nur, daß diese, der Geist, es nicht vermochte, die Menschen zu ergreifen und zu verändern.“ Adorno spricht hier nicht über die Nazis, sondern darüber, was ihre Taten erst möglich gemacht hat, die Bedingungen für den Rückfall in die Barbarei.

Um zu verstehen, wie wenig Kultur der Unmenschlichkeit entgegenzusetzen hat, wird deutlich, wenn man sich vor Augen führt, wie zynisch es ist, dieser erst engegen zu treten, wenn es um die „Versuche rechter Gruppierungen und Parteien, Menschen auszugrenzen, Hass zu sähen“ geht. Verschwiegen wird dabei, dass es nicht rechte Gruppierungen und Parteien sind, die politisch verantwortlich sind dafür, dass tägliche Menschen in der Hoffnung auf ein besseres Leben im Mittelmeer ertrinken, die 1992 das Asylrecht faktisch abgeschafft haben und die auch in Thüringen jeden Tag abschieben lassen…

Was aber heißt es dann, Denken und Handeln so einzurichten, dass Auschwitz sich nicht wiederhole? Dass nichts Ähnliches geschehe? Was heißt es, die Bedingungen zu beseitigen, die den Rückfall in die Barbarei ermöglichten? Dazu gehört auf jeden Fall, Rassimus und Antisemitismus nicht erst als unmenschliche Auswüchse faschistischer Ideologie zu begreifen, sondern als aktuell bestehendes gesellschaftliches Verhältnis.

Innerhalb der bürgerliche-kapitalistischen Gesellschaft sind die Menschen gleich als Subjekte. Der Status als Rechtssubjekt sieht ab von ihrer eigenen Leiblichkeit und Bedürftigkeit. Ihre Gleichheit ist eine Vergleichbarkeit, die einhergeht mit ihrer Austauschbarkeit und potenziellen Überflüssigkeit. Um diese Einsicht in die eigene Austauschbarkeit und Überflüssigkeit abzuwehren bedarf es der Abgrenzung. Der Abgrenzung nach unten im Rassismus. Der Abgrenzung nach oben im Antisemitismus.

Im Rassismus wertet sich das Subjekt auf und hebt die eigene Tauglichkeit zur Verwertung hervor. Die Anderen, die Fremden sollen faul und nutzlos sein, damit sich die Rassist*innen um so deutlicher als fleißig und nützlich denken können. So kompensiert der Rasissmus die Angst vor der eigenen Deklassierung und erklärt und legitimiert außerdem einen rassistisch unterschichteten Arbeitsmarkt.

Im Antisemitismus spaltet das Subjekt das Abstrakte und Unverstandenen von sich ab. Die anderen Anderen sind verantwortlich für das Schlechte in der Welt. Weil die Krisendynamik der kapitalistischen Gesellschaft systematisch schwer zu verstehen sind, bietet der Antisemitismus eine Erklärung dafür, dass wir alle die Gesellschaft nicht gestalten und bestimmen, sondern eher davon getrieben sind. Der Antisemitismus kompensiert diese Ohnmachtserfahrung, indem er konkrete Schuldige anbietet. Jüdinnen und Juden sind im Antisemitismus Draht- und Strippenzieher, sie stecken hinter dem Kommunismus und dem Kapitalismus, sie bestimmen die Banken und die Gewerkschaften, sie machen Geld mit der Impfung und haben sich dafür die Pandemie ausgedacht.  In ihnen verbirgt sich die geheimnisvolle Macht des Abstrakten.

In Abgrenzung zu beiden erzeugt das Subjekt der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft Identität.

Die Bedingungen für Rassismus und Antisemitismus zu beseitigen würde also bedeuten, die gesellschaftlichen Bedingungen zu überwinden, die den Menschen eine Existenz aufzwingt, die Rassismus und Antisemitismus nicht als Irrungen des Einzelnen, sondern als gesellschaftliches Verhältnis schafft.

Statt bundesweit Rettungsdecken auszuhängen, unter denen sich die bürgerliche Kälte verschleiert, ist es an der Zeit an den Grundfesten einer Gesellschaftsordnung zu rütteln, die die Unmenschlichkeit notwendig aus sich heraus produziert; oder es mit Max Horkheimer zu halten, dass „wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, [.] auch vom Faschismus schweigen [sollte].“ Soll heißen: Wer den Faschismus und seine Ideologie des Antisemitismus und Rassimus nicht aus seinen kapitalistischen Entstehungsbedingungen erklärt, leistet seinen Entstehungen am Ende Vorschub.

Stattdessen ginge es darum, Kapitalismus abzuschaffen, zugunsten einer bedürfnisorientierten Gesellschaft ohne Grenzen, mit Selbstorganisation statt Parlamentarismus, in der alle Menschen ein gutes Leben haben.

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Wer „NIE WIEDER“ fordert…..muss mit Israel solidarisch sein

Anlässlich der heutigen Fahrraddemo zum 8. Mai veröffentlichen wir ein Statement einiger Genoss*innen von „Alles muss man selber machen“ zu Israel und sekundärem Antisemitismus:

Wer NIE WIEDER fordert…..muss mit Israel solidarisch sein

Sekundärer Antisemitismus

Durch das militärische Eingreifen der Alliierten, woran wir heute am 8 Mai erinnern, wurde der Barberei des Nationalsozialismus ein Ende gesetzt, aber dadurch verschwand der Antisemitismus noch lange nicht aus der Gesellschaft.

Die Deutschen wünsch(t)en sich Entlastung von der Verantwortung des NS und so entstand der sekundäre, schuldabwehrende Antisemitismus, welcher bis heute fester Bestandteil der Erinnerungspolitik ist. „Nicht trotz, sondern wegen Auschwitz“, werden Jüd:innen für die Folgen der Shoah verantwortlich gemacht und der Holocaust wird zur negativen Störung des nationalen Selbstbildes. Der sekundäre Antisemitismus trägt besonders zur gesellschaftlichen Selbstentlastung und als Rechtfertigung für den Antisemitismus bei.

Die historischen Stereotype des Antisemitismus beziehen sich vor allem darauf, dass „die Juden (…) mächtig, einflussreich und geldgierig“ seien, er teilt mit dem völkisch-rassistischen Antisemitismus die völkischen Segregationswünsche ebenso wie den projektiven Wahn – wie man ihn zum Beispiel in den Reihen der „Querdenker“ findet, wo jüdische Strippenzieher sowohl für die Erfindung einer Pandemie wie auch für gechippte und tödliche Impfstoffe verantwortlich sein sollen.

Auch Motive des sekundären Antisemitismus begegnen uns auf Demonstration gegen die Corona-Schutzmaßnahmen, wenn Menschen einen Davidstern mit der Aufschrift „ungeimpft“ tragen und damit eine Parallele zu jüdischen Menschen im NS imagnieren. Diese infame Geste relativiert und bagatelisiert die Shoah und ihre mörderischen Gräueltaten und macht die Deutschen erneut zu Opfern – weil sie eine Maske tragen müssen..

Antizionistischer/ antiisraelischer Antisemitismus

Antizionistischer oder antiisraelischer Antisemitismus findet sich überall. Dem Staat Israel wird die Ermordung von Kindern vorgeworfen, was an die antisemitschen Unterstellungen des Ritualmordes im Mittelalter anknüpft. Auch wird häufig von einer sogenannten „Israel-Lobby“ gesprochen, was an das ältere antisemitische Stereotyp von der „jüdischen Weltherrschaft“ anknüpft. Angebliche oder tatsächliche Handlungen der israelischen Politik werden auf die jüdische Religion zurückgeführt, Jüd:innen werden als Grundübel der Welt angesehen und die israelische Politik mt den nationalsozialistischen Verbrechen gleichgesetzt.

Um israelfeindliche Aussagen zu erkennen, hilft häufig der „Drei D-Test“ (Natan Sharansky):
Dämonisierung (bspw. Israel wird als Inkarnation des Bösen dargestellt und hat die Schuld am Nahost-konflikt), Delegitimation (Existenzrecht Israels wird in Frage gestellt) und Doppelstandards (andere Maßstäbe werden zu Beurteilung von Handlungen, Aussagen etc. herangezogen).

Es muss klar sein: Es braucht einen israelischen Staat!

Der Holocaust (die Shoah) als Singularität in der Geschichte aufgrund seiner qualitativen Besonderheit, die sich aus dem Wunsch nach der totalen Vernichtung und der Organisiertheit dessen zusammen setzt. Daraus muss ein Schutzraum/Refugium für Jüdinnen und Juden auf der ganzen Welt folgen. Diesen stellt der Staat Israel da, ein Staat, der über militärische Mittel verfügt, um sich zu verteidigen und nie mehr Opfer zu sein.
Deswegen muss wer „Nie wieder“ fordert auch solidarisch mit Israel stehen.

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1. Mai: Gegen Nazis und Rassismus auf die Straße

Am 1. Mai (dieser Samstag!) wollen sich wieder Nazis in vielen Städten breit machen. Das gilt es, nicht so stehen zu lassen – aber auch auf euch selbst und einander aufzupassen.

Flyer Vorderseitte

Der Dritte Weg hat bislang breit und aggressiv nach Zwickau mobilisiert. Die Antifaschist*innen vor Ort rufen nach Support: „Uns kotzen die Nazis in unserer Stadt an und erst recht, dass sie am 1. Mai 2021 offen durch unsere Stadt ziehen wollen. Das können und das werden wir nicht unwidersprochen lassen. Denn jeden ihrer Naziaufmärsche, den wir zum Desaster machen, ist ein Dämpfer für ihre Selbstdarstellung und ein Zeichen für die Menschlichkeit.“

Die Stadt Zwickau hat inzwischen alle angemeldeten Kundgebungen am 1. Mai in Zwickau verboten, auch die antifaschistischen Gegenkundgebungen. Der Dritte Weg kündigte unterdessen an, dennoch auf die Straße gehen zu wollen. Was genau passieren wird, ist noch nicht endgültig absehbar. Auch Dritter-Weg-Anmeldungen in anderen Städten (u.a. Plauen) liegen vor. Weitere Infos folgen hoffentlich bald. Update (29.04.): Der Dritte Weg verlagert seine Mobi am 1. Mai von Zwickau nach Leipzig. Also gilt weiterhin: „Haltet euch den Tag nach wie vor frei, seid flexibel und informiert euch auf den bekannten Kanälen!“
Blog: erstermai2021.noblogs.org   Twitter: @0105zwickau und @AktivistiZ

Auch in Erfurt geht’s auf die Straße!

Folgt dem „Aufruf zur grenzenlosen Solidarität gegen rassistische Gewalt“ und kommt um 12 Uhr zum Domplatz zur Kundgebung! Der brutale rassistische Angriff gegen einen Jugendlichen in der Erfurter Straßenbahn vor wenigen Tagen ist medial viral gegangen. Dieser Angriff ist kein Einzelfall! Rassismus ist für betroffene Menschen Alltag und hat Struktur.  Deshalb solidarisiert euch

Gleichzeitig wollen am 1. Mai auch in Erfurt diverse Faschos auflaufen: Die Nazis von „Neue Stärke Erfurt“ werden mit einer Standkundgebung ebenfalls ab 12 Uhr auf dem Domplatz sein. (Aktueller Stand. Momentan versuchen sie wohl noch ihre Laufroute durchzuklagen.) Außerdem will die AfD einen Autokorso mit 500 angemeldeten Fahrzeugen starten und vom Güterverkehrszentrum aus durch Erfurt fahren. Hierfür mobilisiert auch die verschwörungstheoretische, Querdenken-nahe Gruppierung „Thüringen steht zusammen“.

Aus dem Querdenker-Milieu wird für 14 Uhr vor das Amtsgericht Weimar mobilisiert. Ein Weimarer Familienrichter hatte am 8. April zwei Schulen untersagt, Corona-Schutzmaßnahmen zu verfügen, weswegen die Staatsanwaltschaft nun gegen ihn wegen Rechtsbeutung ermittelt.

Unterstützt den antirassistischen Protest und behaltet die Nazi-Aufläufe im Auge. Bleibt auf dem Laufenden, checkt die gängigen Twitter- und Mastodon-Kanäle und die Hashtags #EF0105, #WE0105, #Z0105 und #LE0105 für Aktionen in den jeweiligen Städten.

Achtet auf euch und auf andere und haltet die Infektionsrisiko so gering wie möglich – also Maske auf und Abstand!

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AUFRUF KUNDGEBUNG 1. Mai, Domplatz: Für grenzenlose Solidarität gegen rassistische Gewalt!

Weiterleitung eines Aufrufs zu einer Kundgebung als Reaktion auf den
rassistischen Angriff auf den jungen Syrer in einer Erfurt Straßenbahn
und gegen den rassistischen Normalzustand. Kommt vorbei und teilt den
Aufruf:

Aufruf zur grenzenlosen Solidarität gegen rassistische Gewalt!

Rassismus und rechte Gewalt haben keinen Platz in unserer Gesellschaft!
Der brutale rassistische Angriff auf einen syrischen Jugendlichen in
einer Erfurter Straßenbahn in der vergangenen Woche hat uns schockiert.
Leider ist das kein Einzelfall, Rassismus gehört zum Alltag. Deswegen
rufen wir zur grenzenlosen Solidarität gegen rassistischen Gewalt auf.
Kommt mit uns am 1. Mai um 12:00 Uhr auf den Domplatz!

Bitte achtet aufeinander, tragt Mund-Nasen-Schutz, haltet Abstand und
setzt euch und andere keinem unnötigen Risiko aus.

Kurdisch

Li Dijî Şîdeta Nîjadperestiyê Bangewaziya Piştgiriyê

Di nava civaka me de pêwîst e cihê şîdeta rastgir û nîjadperestiyê nebe!

Rojên borî di tramvaya Erfurtê de li dijî ciwanekî ji Suriyê, êrîşeke
hovane û nîjadperestî pêk hat û ev yek me hemûyan behitand. Mixabin ev
bûyer û êrîş ne tiştekî taybet û cuda ye, êdî bûye parçeyek ji jiyana me
a rojane. Lewra em li dijî şîdet û êrîşa nîjadperestiyê bangewaziya
piştgiriyê dikin.

1ê Gulanê
demjimêr: 12.00
Li Domplatz ê li Erfurtê em li hev dicivin.

Di rewşeke wiha a pandemiyê de ji ber ku em ji bo jiyan û tenduristiya
hev nebin xeter, pêwîst e rûpoşkan/maskeyan bi kar bînin, mesafeya xwe
biparêzin û pêwîst e em bi rêzik tevbigerin!

Türkisch

Irkçı şiddete karşı sınırsız dayanışma çağrısı!

Irkçılığın ve sağcı şiddetin toplumumuzda yeri olmamalidir!
Geçtiğimiz günlerde Erfurt tramvayında Suriyeli bir gence yapılan vahşi
ırkçı saldırı hepimizi şok etmis bulunmaktadir. Ne yazık ki bu münferit
bir olay olmayıp, ırkçılık günlük hayatın bir parçası haline gelmis
durumdadir. Bu nedenle ırkçı şiddete karşı sınırsız dayanışma
çağrısında bulunuyoruz.

1 Mayıs saat 12:00 de
Domplatz Erfur‘ da
Biraraya geliyoruz!

Gereksiz risk olusturmama adina maske takimina ve sosyal mesafe kuralina
itinayla uyuyoruz!

Arabisch

„التضامن المطلق ضد العنف العنصري“
لا مكان للعنصرية والتطرف اليميني في مجتمعنا.
تسبب الهجوم العنصري الوحشي على شاب سوري في الترام بمدينة إيرفورت الأسبوع
الماضي بصدمة كبيرةلنا
لكن و لسوء الحظ ، ان هذه الحالة ليست فردية، اذ أن التصرفات العنصرية تحدث
كل يوم .
لذلك ندعو الجميع إلى التضامن المطلق ضد العنف العنصري.
كونو معنا …
التاريخ : 1 مايو(أيار)
التوقيت : الساعة 12:00 ظهراً
المكان : Domplatz Erfurt
يرجى اتباع اجراءات الحماية المطلوبة ، وارتداء الكمامة ، و الالتزام بشروط
التباعد.

Farsi
„خواستار اتحاد نامحدود در برابر خشونت نژادپرستانه“

نژادپرستی و خشونت در جامعه ما جایی ندارد
حمله وحشیانه و نژاد پرسشنامه به یک نوجوان سوری در هفته گذشته در اشتراسن
بان ارفورت همه ما را شوکه ساخت. متأسفانه ،این اولین اتفاق نژادپرستی
نیست،نژادپرستی بخشی از زندگی روزمره است. به همین دلیل ما خواهان همبستگی
نامحدود در برابر خشونت نژادپرستانه هستیم.
با ما همراه شوید.
اول مه در ساعت 12:00 بعد از ظهر
Domplatz Erfurt
لطفاً مواظب یکدیگر باشید، از ماسک دهان و بینی استفاده کنید، فاصله خود را
حفظ کنید و خود و دیگران را در معرض خطرهای غیر ضروری قرار ندهید.

Italienisch

Chiamata ad essere sconfinatamente solidali contro la violenza razzista!

Razzismo e violenza di destra non hanno posto nella nostra società!
Il brutale attacco razzista della scorsa settimana ad un ragazzo siriano
in un tram ad Erfurt ci ha scioccati. Purtroppo non è un caso isolato,
il razzismo è quotidiano. Per questa ragione chiamo ad essere totalmente
solidali contro la violenza razzista. Manifestate con noi
il 1° Maggio alle ore 12:00
Domplatz

Per favore abbiate cura gli uni degli altri, indossate le mascherine,
mantenete la distanza e non mettete inutilmente a rischio voi stessi ed
altri.

Russisch

Призываем к безграничной солидарности против расистского насилия!

Расизму и насилию со стороны правых нет места в нашем обществе!
Жестокое расистское нападение на сирийского подростка в эрфуртском
трамвае на прошлой неделе шокировало нас. К сожалению, это не единичный
случай, расизм – это часть повседневной жизни. Вот почему мы призываем к
безграничной солидарности против расистского насилия. пойдем с нами
1 мая в 12:00.
Улица Domplatz.

Пожалуйста, заботьтесь друг о друге, используйте средства защиты рта и
носа, держите дистанцию и не подвергайте себя или других ненужному риску.

Englisch

Call for unlimited solidarity against racist violence.
Racism and Right Extremist violence have no place in our society.
The brutal racist attack on a young Syrian last week in the Erfurt tram
shocked all of us. Unfortunately, this is not an isolated case. Racism
is part of our daily life. That is the reason why we call for unlimited
solidarity against racist violence.
Come along with us in the street on the 1st May 2021 at 12 am, at the
Domplatz.
Please take care of each other, wear mouth and nose protection, keep
distance and do not expose yourself and others to unnecessary risks.

Französisch

Appel à une solidarité illimitée contre les violences racistes.
Le racisme et la violence de l’Extrême Droite n´ont pas leur place dans
notre société.
L’attaque raciste et brutale contre un jeune Syrien la semaine dernière
dans le tramway de Erfurt nous a tous choqués. Malheureusement, ce n´est
pas un cas isolé. Le racisme fait partie notre vie quotidienne, raison
pour laquelle nous en appelons à une solidarité illimitée contre les
violences racistes.
Venez nombreux nous rejoindre dans la rue le 1er mai 2021 à 12:00
heures, à Domplatz.
Veuillez s’il vous plaît l’un sur l’autre, portez des masques de
protection de la bouche et du nez. Ne vous exposez pas et n’exposez pas
les autres à des risques inutiles.

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Raus zum 8. Mai!

Ciclista! Ciclista! Antifascista!
Den Lenker in die Hand nehmen

Antifaschistische Fahrrad-Demo am 8. Mai
15 Uhr Domplatz, Erfurt

Antifaschistische Fahrrad-Demo am 8. Mai<br /> 15 Uhr Domplatz, Erfurt

Gedenken den Opfern, kein Vergeben den Täter*innen! 

Der 08. Mai 1945 wird oft als jener Tag bezeichnet an dem Deutschland vom Nationalsozialismus „befreit“ wurde. Doch wer genau ist gemeint, wenn von Befreiung die Rede ist? Fakt ist: Die Mehrheit der Menschen in Kaltland identifizierte sich mit der menschenfeindlichen Ideologie des Nationalsozialismus. Sie waren maßgeblich am Aufbau und Erhalt des Nazi-Regimes beteiligt, profitierten von ihm und verteidigten es. Zu behaupten, die deutschen Täter*innen wären vom Faschismus befreit worden, setzt sie mit jenen gleich, die von den Nazis verfolgt und ermordet wurden. So zu tun, als wäre die Mehrheit der Deutschen befreit worden, verschleiert die Mitschuld der deutschen Zivilbevölkerung an Faschismus, Krieg und der Shoa. 

Der 8. Mai bedeutet ein Ende des industriellen Massenmordes an Jüd*innen, Sinti*zze und Rom*nja, Antifaschist*innen, Kommunist*innen und anderen Menschen, die im faschistischen Weltbild als “nicht lebenswert” markiert wurden. Dank gilt den allierten Befreier*innen, die dem ein Ende gesetzt haben. Unvergessen bleibt der unverzichtbare Kampf der antifaschistischen Widerstandskämpfer*innen und Partisan*innen.

Nazis morden…

Immer wieder ist vom 8. Mai als „Ende des Faschismus“ die Rede. Aber trotz des Sieges der Alliierten über den faschistischen NS-Staat, blieb die deutsche Gesellschaft durchzogen von Nazis und ihrer Ideologie. Vom Bundestag bis in die Eckkneipe. Gewalt gegen Personen, die nicht ihrer faschistischen Ideologie entsprechen, ist nach wie vor fester Bestandteil neonazistischen Auftretens. Noch immer wird gemordet. Noch immer lauten die Motive: Nationalsozialismus, Antisemitismus und Rassismus. Die rechtsterroristischen Anschläge von Mölln, Rostock, Nürnberg, Hamburg, Dortmund, Kassel, München, Hanau und Halle sind keine Einzelfälle. Sie reihen sich in die Jahrzehnte andauernde Kontinuität rechter Gewalt in Kaltland ein.

... der Staat macht mit.

Dass die Anzahl rechter Übergriffe und Gewalttaten weiter zunimmt, überrascht in Hinblick auf den Umgang des Staates und seiner Behörden mit Neonazis wohl kaum. Rechter Gewalt wird in Deutschland von staatlicher Seite nicht entgegengetreten – im Gegenteil: Polizei und Militär sind durchzogen von rechten Netzwerken, die der Staat letztlich selbst an die Waffen stellt. Dazu kommt ein Verfassungsschutz, der die militante Neonazi-Szene maßgeblich finanziert und damit den sogenannten „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) mit aufgebaut hat. 

Im Gegensatz dazu werden diejenigen, die sich den Nazis aktiv in den Weg stellen, vom Staat mit Repressionen überzogen, ihre emanzipatorische und antifaschistische Praxis kriminalisiert. Zuletzt zeigte sich dies deutlich am Beispiel der Antifaschistin Lina E., die einen Eisenacher Neonazi verprügelt haben soll und dafür nun als Kopf einer „kriminellen Vereinigung an der Schwelle zum Terrorismus“ inszeniert wird.

Raus zum 8. Mai!

Schnappt euch eure Fahrräder und kommt am 8. Mai mit uns auf die Straße, um an den Sieg der Allierten über das NS-Regime und an die Befreiung der Menschen aus den Konzentrationslagern zu erinnern und um laut zu sein gegen die faschistischen Kontinuitäten in Staat und Gesellschaft. Dem erneuten Erstarken der Faschist*innen können wir nur gemeinsam begegnen: antifaschistisch, antirassistisch, feministisch, klimagerecht, entschieden gegen jeden Antisemitismus und in voller Solidarität mit den Betroffenen neonazistischer Gewalt! 

In diesem Wissen erinnern, gedenken, mahnen, danken, feiern und radeln wir am 8. Mai. Unsere Kämpfe widmen wir allen, die Nazideutschland und Post-Nazideutschland zum Opfer fielen und sagen:

8. Mai muss Mensch selber machen!

Wir solidarisieren uns mit https://www.ihrseidkeinesicherheit.org/almani/almani-2/ und auch wir fordern #EntnazifizierungJetzt.

* Kein Vergeben, kein Vergessen! Entnazifizierung jetzt! Gegen jeden Antisemitismus! Fight Racism! *

Corona: Wir befinden uns nach wie vor in einer Pandemie und bitten euch deshalb mit Covid-19 und Erkältungssymptomen nicht auf die Demo zu kommen. Außerdem bitten wir euch während der Veranstaltung einen Mund- und Nasenschutz zu tragen und 1,5 Meter Abstand zu halten.

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